DPF-Regeneration – wie funktioniert die Selbstreinigung?

Der Dieselpartikelfilter reinigt sich selbst – das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Und irgendwie stimmt das auch. Die Selbstreinigung funktioniert, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wer diese Bedingungen kennt, versteht sofort, warum Kurzstreckenfahrer immer wieder Probleme mit dem DPF haben – und warum eine Autobahnfahrt manchmal mehr bewirkt als jedes Hilfsmittel.

Was bei der Regeneration passiert

Ruß ist im Kern nichts anderes als unverbrannter Kohlenstoff. Und Kohlenstoff verbrennt – wenn die Temperatur hoch genug ist. Genau das nutzt die DPF-Regeneration: Bei ausreichend hohen Abgastemperaturen oxidiert der gesammelte Ruß im Filter zu Kohlendioxid und Wasser. Der Filter wird dadurch wieder frei.

Die dafür nötige Temperatur liegt bei etwa 550 bis 650 °C. Das klingt viel, ist aber im normalen Fahrbetrieb auf der Autobahn durchaus erreichbar – vor allem bei mittleren bis höheren Drehzahlen unter Last.

Passive und aktive Regeneration – der Unterschied

Es gibt zwei Arten, wie ein DPF regeneriert.

Die passive Regeneration findet vollkommen unbemerkt statt. Der Motor läuft unter Last, die Abgastemperaturen sind von Natur aus hoch genug, der Ruß verbrennt ganz nebenbei. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, erlebt diese Form der Regeneration ständig – ohne es zu wissen. Der Filter hält sich dabei selbst sauber.

Die aktive Regeneration wird vom Steuergerät eingeleitet, wenn der Beladungsgrad einen bestimmten Schwellenwert erreicht und die passive Regeneration nicht stattgefunden hat. Das System greift aktiv ein: Es verstellt den Einspritzzeitpunkt, erhöht die Abgastemperatur künstlich und hält diese Temperatur über einen definierten Zeitraum. Eine aktive Regeneration dauert je nach Fahrzeug und Beladungsgrad zwischen 10 und 30 Minuten.

Während dieser Zeit steigt der Kraftstoffverbrauch spürbar. Wer genau auf seine Verbrauchsanzeige schaut, kann eine laufende Regeneration daran manchmal direkt ablesen.

Warum Regenerationen abbrechen

Das Steuergerät bricht eine aktive Regeneration ab, sobald die Bedingungen nicht mehr stimmen. Typische Abbruchgründe:

  • Motor wird abgestellt
  • Geschwindigkeit fällt unter einen bestimmten Schwellenwert
  • Abgastemperatur sinkt zu schnell

Wer also mitten in einer Regeneration an einer Ampel wartet, langsam durch den Stadtverkehr kriecht oder das Auto abstellt, weil er angekommen ist – der hat eine abgebrochene Regeneration produziert. Der Ruß ist noch da, der Versuch ist fehlgeschlagen.

Mit jedem Abbruch steigt der Beladungsgrad weiter. Irgendwann reicht eine normale Fahrt nicht mehr aus.

Was eine Zwangsregeneration ist – und wann sie nötig wird

Wenn der Beladungsgrad so hoch ist, dass das Steuergerät keine eigenständige Regeneration mehr einleitet, bleibt nur noch die Zwangsregeneration. Diese wird über ein Diagnosegerät ausgelöst – entweder in der Werkstatt oder mit einem geeigneten OBD2-Gerät, das diese Funktion unterstützt.

Dabei wird der Motor im Stand auf erhöhte Drehzahl gebracht, die Abgastemperatur künstlich angehoben und der Filter über einen längeren Zeitraum regeneriert. Das ist kein Alltagsvorgang – aber bei stark beladenen Filtern manchmal der einzige Weg, ohne Ausbau weiterzukommen.

Was nach der Regeneration übrig bleibt

Auch eine perfekt abgelaufene Regeneration hinterlässt Rückstände: Asche. Das Verbrennungsprodukt von Motoröl verbrennt nicht bei der Regeneration und bleibt dauerhaft im Filter. Mit zunehmender Laufleistung steigt der Ascheanteil – unabhängig davon, wie gut der DPF regeneriert.

Das ist der Grund, warum auch ein gut gepflegter Filter irgendwann einen Punkt erreicht, an dem eine mechanische Reinigung oder ein Austausch unvermeidlich wird. Regeneration löst das Rußproblem – aber nicht das Ascheproblem.